Die Tür von Richard Laymon (Rezension #31)

Die Tür von Richard Laymon

Inhalt:
Tief und düster ragt es in die Nacht empor. Das sogenannte Horrorhaus. Schreckliche Morde sollen dort über die Jahrzehnte geschehen sein. Immer wieder ist die Rede von Bestien, die grausame Massaker in dem Haus angerichtet haben sollen. Doch wer soll solche Schauergeschichten schon ernst nehmen? Dem jungen Mark geht es vor allem darum, Alison zu beeindrucken. Das Mädchen verspricht ihm ein Date, eine Nacht im Horrorhaus. Im Keller des makabren Anwesens will Mark sich seinen Ängsten stellen – ohne zu wissen, dass ihn ein Inferno des Grauens erwartet …

Titel: Die Tür (OT: Friday Night in Beast House)
Autor: Richard Laymon
Verlag: Heyne Verlag
Seiten: 256 Seiten
Format: Taschenbuch / Ebook
ISBN: 978-3453676732
Gelesen: April 2017
Wertung:
Preis: 9,99 € (TB) / 8,99 € (Ebook)
Bezugsquelle(n): Kaufen könnt ihr das Buch hier und hier.

Der Autor:
Richard Laymon wurde 1947 in Chicago geboren und ist in Kalifornien aufgewachsen. Er hat Englische Literatur erst in Oregon und später wieder in Kalifornien, an der Loyola University in Los Angeles studiert. Bevor er seinen Lebensunterhalt gänzlich mit dem Schreiben bestreiten konnte, arbeitete er u. a. als Lehrer und Bibliothekar. Neben Dutzenden von Romanen veröffentlichte er zahlreiche Kurzgeschichten und wurde zu einem der erfolgreichsten Horrorautoren überhaupt. Der Roman „Parasit“ wurde 1988 vom „Science Fiction Chronicle“ zum besten Horrorroman gekürt und für den „Bram Stoker Award“ vorgeschlagen. Laymon nutzte auch Pseudonyme, z. B. Lee Davis Willoughby für Westernromane oder Carla Laymon für Romanzen. Er verstarb am Valentinstag des Jahres 2001.

Meine Meinung:
Hinter „Die Tür“ von Richard Laymon verbergen sich zwei Novellen. Leider war dies für mich eine echte Überraschung und daraufhin bin ich min komplett anderen Erwartungen an das Buch rangegangen.

Bei der ersten Novelle „Die Tür“ handelt es sich nach Verlagsangaben um den vierten „Keller“-Roman. Meiner Meinung nach kann man ihn so allerdings nicht bezeichnen.
In „Die Tür“ geht es um den Protagonisten Mark, der hoffnungslos in seine Mitschülerin Alison verliebt ist. Er besucht mit ihr zusammen mehrere Kurse in der High School und als er endlich den Mut fasst sie um ein Date zu bitten geht sie darauf ein, allerdings nur unter einer Bedingung! Er muss es schaffen, sie nachts in das Horrorhaus zu schmuggeln. Ihr ist es völlig gleich, wie er es schafft. Sie will das Haus endlich mal nachts betreten!

Wie ich bereits angedeutet habe bin ich der Meinung, dass es sich bei „Die Tür“ nicht um einen „vierten Keller-Roman“ handeln kann, da er meiner Meinung nach zwischen „Das Horrorhaus“ und „Mitternachtstour“ – also dem zweiten und dritten Roman – spielen muss.
Ohne zu spoilern: In „Mitternachtstour“ gibt es die Polizistin Eve, welche zum Zeitpunkt von „Mitternachtstour“ fünf Jahre in Macalsa Point und Ende zwanzig, Anfang dreißig ist. In „Die Tür“ wird allerdings angegeben, dass sie erst seit drei Jahren in dem Küstenstädtchen und erst sechsundzwanzig Jahre alt ist.
Dazu ist Mark nichts von dem bekannt, was in „Mitternachtstour“ am Ende passiert.

Ich fand „Die Tür“ definitiv zu kurz, das Ende kam viel zu plötzlich und lässt viel zu viele offene Fragen zurück.
Dennoch handelt es sich dabei um eine laymontypische Geschichte mit einem äußerst sexlastigen Ende, die mir vom Inhalt und Schreibstil sehr gut gefallen hat.

Die erste Novelle hat leider nur ca. 100 Seiten und im Anschluss folgt die Novelle „Die Wildnis“. Hier lernen wir Ned kennen, der, nachdem seine Freundin mit ihm Schluss gemacht hat, alleine in die Wildnis aufbricht um einen schönen Campingurlaub zu erleben. „Die Wildnis“ stellt einen Reisebericht dar, der in der Ich-Perspektive von Ned verfasst wurde und stellt seine abgefahrenen Erlebnisse des Campingurlaubes dar.

Thematisch erinnert „Die Wildnis“ an „In den finsteren Wäldern“ und „Der Wald“, allerdings kann sie mit den beiden Genannten nicht mithalten.

Die Story an sich hat mich leider nicht wirklich packen können. Erst auf den letzten Seiten, als es zu einem kleinen Showdown kommt und dann noch eine – für mich – sehr überraschende Wendung kam für mich so richtig Stimmung auf! Allerdings war mir das etwas zu wenig.
Auch hat mir in „Die Wildnis“ der Schreibstil irgendwie nicht so richtig gefallen.

In beiden Novellen kommen allgemein sehr wenige Charaktere vor. Leider wirken sie allgemein etwas flach und blass.

Der laymontypische Sex- und Gewaltfaktor ist in beiden Novellen selbstverständlich vertreten, auf Grund der Kürze allerdings nicht so ausschweifend, wie in anderen Werken von ihm.

Im direkten Vergleich fand ich „Die Tür“ wesentlich besser als die Bonus Novelle, die hatte mich irgendwie überhaupt nicht fesseln können.

Ich denke, ich bin einfach mit zu hohen Erwartungen an das Buch rangegangen. Ich hoffte wirklich auf eine megamäßige Fortsetzung zu der Horrorhaus Trilogie. Leider war dem nicht so.

Von mir erhält „Die Tür“ von Richard Laymon gut gemeinte 6/10 Punkte.

Ich hoffe, dass „Das Auge“, welches im September 2017 erscheinen soll, mich mehr begeistern kann!

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Das Buch wurde mir vom Verlag kostenlos und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch in keinster Weise beeinflusst.

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