Fr. Mai 24th, 2024

Hinter „Die Tür“ von Richard Laymon verbergen sich zwei Novellen. Leider war dies für mich eine echte Überraschung und daraufhin bin ich min komplett anderen Erwartungen an das Buch rangegangen.

Bei der ersten Novelle „Die Tür“ handelt es sich nach Verlagsangaben um den vierten „Keller“-Roman. Meiner Meinung nach kann man ihn so allerdings nicht bezeichnen.
In „Die Tür“ geht es um den Protagonisten Mark, der hoffnungslos in seine Mitschülerin Alison verliebt ist. Er besucht mit ihr zusammen mehrere Kurse in der High School und als er endlich den Mut fasst sie um ein Date zu bitten geht sie darauf ein, allerdings nur unter einer Bedingung! Er muss es schaffen, sie nachts in das Horrorhaus zu schmuggeln. Ihr ist es völlig gleich, wie er es schafft. Sie will das Haus endlich mal nachts betreten!

Wie ich bereits angedeutet habe bin ich der Meinung, dass es sich bei „Die Tür“ nicht um einen „vierten Keller-Roman“ handeln kann, da er meiner Meinung nach zwischen „Das Horrorhaus“ und „Mitternachtstour“ – also dem zweiten und dritten Roman – spielen muss.
Ohne zu spoilern: In „Mitternachtstour“ gibt es die Polizistin Eve, welche zum Zeitpunkt von „Mitternachtstour“ fünf Jahre in Macalsa Point und Ende zwanzig, Anfang dreißig ist. In „Die Tür“ wird allerdings angegeben, dass sie erst seit drei Jahren in dem Küstenstädtchen und erst sechsundzwanzig Jahre alt ist.
Dazu ist Mark nichts von dem bekannt, was in „Mitternachtstour“ am Ende passiert.

Ich fand „Die Tür“ definitiv zu kurz, das Ende kam viel zu plötzlich und lässt viel zu viele offene Fragen zurück.
Dennoch handelt es sich dabei um eine laymontypische Geschichte mit einem äußerst sexlastigen Ende, die mir vom Inhalt und Schreibstil sehr gut gefallen hat.

Die erste Novelle hat leider nur ca. 100 Seiten und im Anschluss folgt die Novelle „Die Wildnis“. Hier lernen wir Ned kennen, der, nachdem seine Freundin mit ihm Schluss gemacht hat, alleine in die Wildnis aufbricht um einen schönen Campingurlaub zu erleben. „Die Wildnis“ stellt einen Reisebericht dar, der in der Ich-Perspektive von Ned verfasst wurde und stellt seine abgefahrenen Erlebnisse des Campingurlaubes dar.

Thematisch erinnert „Die Wildnis“ an „In den finsteren Wäldern“ und „Der Wald“, allerdings kann sie mit den beiden Genannten nicht mithalten.

Die Story an sich hat mich leider nicht wirklich packen können. Erst auf den letzten Seiten, als es zu einem kleinen Showdown kommt und dann noch eine – für mich – sehr überraschende Wendung kam für mich so richtig Stimmung auf! Allerdings war mir das etwas zu wenig.
Auch hat mir in „Die Wildnis“ der Schreibstil irgendwie nicht so richtig gefallen.

In beiden Novellen kommen allgemein sehr wenige Charaktere vor. Leider wirken sie allgemein etwas flach und blass.

Der laymontypische Sex- und Gewaltfaktor ist in beiden Novellen selbstverständlich vertreten, auf Grund der Kürze allerdings nicht so ausschweifend, wie in anderen Werken von ihm.

Im direkten Vergleich fand ich „Die Tür“ wesentlich besser als die Bonus Novelle, die hatte mich irgendwie überhaupt nicht fesseln können.

Ich denke, ich bin einfach mit zu hohen Erwartungen an das Buch rangegangen. Ich hoffte wirklich auf eine megamäßige Fortsetzung zu der Horrorhaus Trilogie. Leider war dem nicht so.

Ich hoffe, dass „Das Auge“, welches im September 2017 erscheinen soll, mich mehr begeistern kann!

⭐️⭐️⭐️

Von Matt

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