Flash #1 – Grausiges Speed-Force-Zeugs
Autor: Simon Spurrier | Zeichner: Mike Deodato Jr.
Verlag: Panini Comics
Bewertung: ★★★☆☆ (3/5 Sterne)
Mit „Flash #1 – Grausiges Speed-Force-Zeugs“ startet eine neue Ära für Wally West – aber nicht ganz so leichtfüßig, wie man es von einem Flash-Comic erwarten würde.
Simon Spurrier schlägt einen deutlich anderen Ton an: düsterer, metaphysischer, experimenteller. Das kann gefallen – muss es aber nicht.
⚡️ Inhalt – Wenn die Speed Force zum Albtraum wird
Wally West ist zurück im Mittelpunkt der Handlung. Doch statt klassischer Heldengeschichte bekommt er es mit rätselhaften, übernatürlichen Erscheinungen in der Speed Force zu tun. Visionen, Monster, physikalische Anomalien – die Geschichte ist stark beeinflusst von Horror- und Mystery-Elementen, weniger vom typischen Superhelden-Flair.
Der Band wirkt wie eine Mischung aus Flash, Sandman und Lovecraft light. Das kann spannend sein – oder verwirrend. Besonders für neue Leser ist der Einstieg nicht leicht: Der Comic verlangt Aufmerksamkeit und Geduld.
✍️ Spurriers Stil – Anspruchsvoll, aber sperrig
Simon Spurrier (Hellblazer, Coda) ist bekannt für komplexe Erzählstrukturen und experimentelle Konzepte. Auch hier bleibt er sich treu:
- Kryptische Dialoge
- Pseudo-wissenschaftliche Konzepte
- Kaum klassische Helden-Momente
Wer auf klare Heldenreisen und Tempo hofft, könnte enttäuscht sein. Wer sich auf einen intellektuell angehauchten Horror-Flash einlassen will, bekommt aber eine interessante Alternative.
🎨 Zeichnungen – Mike Deodato Jr. mit Schatten & Struktur
Mike Deodato Jr. liefert dichte, teils klaustrophobische Panels, mit harten Schatten und fast fotorealistischen Figuren. Das passt zum mysteriösen, düsteren Grundton, wirkt aber stellenweise zu statisch – gerade für einen Flash-Titel.
Die Geschwindigkeit, die sonst für Flash steht, ist hier visuell kaum spürbar. Stattdessen: Atmosphäre, Schwere und Fragmentierung.
✅ Stärken:
- Mutiger, völlig anderer Ansatz für Flash
- Interessanter Horror-/Sci-Fi-Mix
- Visuell stimmig und hochwertig inszeniert
- Wally West bleibt als Figur interessant
❌ Schwächen:
- Kaum Tempo für einen Flash-Comic
- Einstieg ist sperrig und unzugänglich
- Zu kopflastig, zu wenig Herz
- Story fühlt sich mehr wie ein Konzept als ein Abenteuer an
🧾 Fazit
„Flash #1 – Grausiges Speed-Force-Zeugs“ ist definitiv nicht der Flash, den man erwartet – und genau das ist sein größtes Risiko.
Spurrier und Deodato Jr. liefern einen experimentellen, unkonventionellen Auftakt, der eher grübelt als rennt.
Für Fans von düsteren, kopflastigen Comics mit Mystery-Vibe eine interessante Abweichung – für klassische Flash-Fans aber womöglich ein zu harter Stilbruch.
